Während Unternehmen auf S/4HANA migrieren und neue Technologien wie RISE with SAP und SAP BTP einführen, stehen sie vor immer größeren Herausforderungen im Umgang mit Changes in komplexen Systemlandschaften.
IT-Teams müssen heute eine Mischung aus ABAP-, Non-ABAP- und SAP-BTP-Changes steuern – über On-Premise-, Cloud- und hybride Umgebungen hinweg – und dabei weiterhin Stabilität, Sicherheit und Compliance gewährleisten. Gleichzeitig nähert sich der Solution Manager (SolMan), auf den sich viele Organisationen jahrelang verlassen haben, seinem End-of-Life.
Kurz gesagt: Das SAP Change Management befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Unternehmen müssen ihre Tools und Prozesse anpassen, um die unterschiedlichen Arten von Changes zuverlässig zu steuern.
In diesem Blog beleuchte ich, wie sich das Change Management weiterentwickelt und gebe Einblicke, wie Organisationen den Wandel in hybriden SAP-Landschaften erfolgreich meistern können.
Sie erfahren:
- Wie es nach dem End-of-Life des Solution Manager im Jahr 2027 weitergeht
- Welche neuen Entwicklungen es in SAP Cloud ALM gibt
- Wie Rev-Trac als Third-Party-Lösung hilft, Changes technologieübergreifend zu vereinheitlichen
Kein SolMan mehr
Der Solution Manager (SolMan) erreicht 2027 sein End-of-Life, mit direkten Auswirkungen auf das Change and Request Management (ChaRM), also die zentrale Funktion für das (technische) Change Management. Nach SolMan 7.2 sind keine weiteren Releases geplant. SAP hat zwar angekündigt, dass unter bestimmten Bedingungen ein Extended Support bis 2030 möglich ist, jedoch nur gegen Aufpreis. Unternehmen müssten dafür die Wartung der SAP Business Suite 7 verlängern.
Warum ist das relevant?
SolMan wurde Mitte der 2000er-Jahre als reine On-Premise-Lösung eingeführt. Er sollte das Rückgrat einer SAP-Landschaft bilden. Kunden verbanden ihre gesamte SAP-Systemumgebung mit dem Solution Manager.
SolMan hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und wichtige Funktionen wie systemübergreifende Objektsperre, Downgrade-Schutz und Retrofit integriert. Diese Funktionen haben Unternehmen, die ChaRM verwenden, dabei geholfen, Änderungen in ihren SAP-Landschaften effizient zu verwalten – allerdings mit vielen bekannten ChaRM-Komplexitäten und -Einschränkungen.
Heute können über ChaRM sowohl ABAP- als auch Non-ABAP-Changes gesteuert werden, z. B. Java-basierte Anwendungen oder SAP-BTP über CTS+. Allerdings unterstützt ChaRM nicht den bevorzugten BTP-Ansatz über CTMS. ChaRM kann zwar auch in RISE-with-SAP-Umgebungen eingesetzt werden, verursacht dort aber häufig zusätzliche Hosting-Kosten, da ein SolMan-System in RISE separat betrieben werden muss.
Unterm Strich bleibt: Wer stark auf SolMan setzt, hat nur noch begrenzte Zeit, die vorhandenen Vorteile zu nutzen.
Cloud ALM übernimmt das Ruder
In den vergangenen Jahren hat SAP seine strategische Ausrichtung konsequent in Richtung Cloud verlagert. Im Zuge dieser Entwicklung wurde SAP Cloud ALM eingeführt – eine Cloud-native ALM-Lösung, die Change-Management-Prozesse in komplexen hybriden Landschaften vereinfachen soll, einschließlich Public Cloud, Private Cloud und RISE with SAP.
SAP empfiehlt Unternehmen beispielsweise, die SAP-BTP einführen, ihre BTP-Changes über Cloud ALM zu steuern. Wenn Sie allerdings ChaRM für ABAP- und Non-ABAP-Changes einsetzen, nutzen Sie zwei unterschiedliche Lösungen – was RESSOURCEN bindet und Prozesse verlangsamen kann.
Zwei wichtige Bereiche, die bei der Betrachtung des neuesten ALM-Tools von SAP berücksichtigt werden sollten, sind Cloud ALM for Operations und Cloud ALM for Implementation. Cloud ALM for Operations – mit Schwerpunkt auf der Überwachung – ist ausgereifter, und SAP empfiehlt, jetzt damit zu beginnen.
Cloud ALM for Implementation hingegen kann schrittweise eingeführt werden – abhängig vom eigenen Tempo und dem Fortschritt der S/4HANA-Migration. Cloud ALM entwickelt sich kontinuierlich weiter, verfügt aber noch nicht über bestimmte Change-Management-Funktionen wie Retrofit oder Cross-Object Locking, die im Solution Manager verfügbar waren. Laut SAP-Roadmap sollen einige dieser entscheidenden (ChaRM-ähnlichen) Funktionen jedoch ab Anfang 2025 bis 2026 und darüber hinaus sukzessive ergänzt werden.
Zusätzlich stellt SAP Cloud ALM als „Fit-to-Standard“-Lösung bereit. Das bedeutet in der Praxis: Alle Unternehmen, die Cloud ALM für ihr Change- und Transportmanagement nutzen, müssen im selben Standardprozess arbeiten. Möglichkeiten zur individuellen Anpassung von Change-Management-Workflows gibt es kaum bis gar nicht.
Organisationen, die auf Funktionen angewiesen sind, die in Cloud ALM aktuell noch fehlen, sollten die Weiterentwicklung genau beobachten. SAP empfiehlt diesen Kunden, vorerst beim Solution Manager zu bleiben und erst dann auf Cloud ALM umzusteigen, wenn sie bereit dafür sind. Der Umstieg ist jedoch alles andere als einfach: SolMan und Cloud ALM basieren auf grundlegend unterschiedlichen Architekturen. Für Unternehmen, die heute ChaRM einsetzen, bedeutet ein Wechsel zu Cloud ALM in vielen Fällen: Sie müssen beim Change Management wieder komplett von vorne beginnen.
Gibt es Third-Party-Alternativen?
Third-Party-Alternativen zum Solution Manager gibt es bereits seit vielen Jahren. Da SAP-IT-Teams heute Transformationsprojekte, hybride Landschaften und verschiedene Technologien gleichzeitig managen müssen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, alternative Lösungen zu evaluieren – insbesondere, da SolMan EOL ist und Cloud ALM sich noch im Aufbau befindet, mit unklaren Zeithorizonten.
Alternative Lösungen bieten häufig mehr Flexibilität, sind speziell für bestimmte Anforderungen entwickelt worden und können Workflows optimieren sowie die Gesamteffizienz steigern.
Rev-Trac Platinum, unser Flaggschiffprodukt, ist eine Third-Party-Alternative zum ChaRM-Tool des Solution Manager. Die leistungsfähige SAP-Change-Management-Lösung unterstützt SAP-Kunden auf verschiedene Weise:
- Zentrale Steuerung aller Changes: Mit Rev-Trac können ABAP-, Non-ABAP- und BTP-Changes über eine einzige zentrale Oberfläche verwaltet werden. Anwender erhalten vollständige Transparenz in Echtzeit über alle Changes in ihrer SAP-Landschaft.
- Unterstützung unterschiedlich komplexer Landschaften: Von einer einfachen 3-System-Landschaft bis hin zu komplexen N+1-Konfigurationen oder mehreren Quality-Systemen – Rev-Trac skaliert mit.
- Bidirektionale Integrationen: Nahtlose Anbindung an Cloud ALM, Jira, ServiceNow, Tricentis sowie weitere Testing-, Code-Review- und Impact-Analysis-Tools. Rev-Trac ermöglicht es, Drittanbieter-Anwendungen zu integrieren und zu orchestrieren, um eine einheitliche SAP DevOps -Toolchain oder CI/CD-Pipeline aufzubauen und Changes deutlich schneller auszuliefern.
- Durchsetzung & Orchestrierung: Rev-Trac fungiert als Governance-Engine und Orchestrierungsschicht über alle Change-Management-Prozesse hinweg.
Fazit: Die Zukunft des SAP Change Managements
In einer Welt kontinuierlich wachsender und sich wandelnder SAP-Landschaften war der Druck, Changes effizient zu steuern, noch nie so groß wie heute.
Unternehmen benötigen eine flexible Change-Management-Lösung, die Changes über vernetzte Systeme, unterschiedliche Hosting-Szenarien und neue Technologien wie RISE with SAP, SAP BTP und Cloud ALM hinweg vereinheitlicht.
Sind Sie bereit für die nächste Ära des SAP Change Managements? Für einen tieferen Einblick empfehlen wir dieses Video:SAP Change Management – was ändert sich? Vieles, darunter kein SolMan mehr.